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 Prof. Walter Tröger in Schwäbisch Gmünd |
Professor Walther Tröger in Schwäbisch Gmünd
„Wir dürfen nie den Kontakt zu Basis verlieren. Wer sich wie ich so viel in unserer globalen Welt viel herumtreibt, der kann leicht die Bodenhaftung verlieren“, betont Professor Walther Tröger, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) immer wieder. Gewichtige Worte eines erfahrenen Funktionärs kurz vor seinem 80. Geburtstag bei einem Besuch in Schwäbisch Gmünd.
Zum Treffen mit lokalen Sporttrainern und Vertretern des Stadtverbandes Sport Schwäbisch Gmünd mit Oberbürgermeister Wolfgang Leidig an der Spitze erscheint Professor Walther Tröger leger im Cordanzug und macht in wenigen Worten klar, dass er hier in Gmünd kein Referat über Spitzensport oder Olympische Spiele halten will, obwohl die Einladung durch Erich Hägele erfolgte, dem Vorsitzenden der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG), Region Rems-Murr, Ostalb und Heidenheim. Vielmehr ist er ein guter Zuhörer, interessiert sich für die Sorgen und Nöte der Vereinsarbeiter vor Ort. Dabei strahlt er trotzdem Ruhe und Zuversicht aus.
Beim Thema Kinder- und Jugendsport ist es jedoch mit der Gelassenheit des Professors aus Frankfurt am Main vorbei. Dass künftig in der Grundschule die Lehrer gar nicht oder kaum noch eine Ausbildung im Bereich Sport haben sollen, geht ihm mächtig gegen den Strich. Mit Koordinations- und Bewegungsübungen sollten seiner Meinung nach bereits im Kindergarten begonnen werden. Mehrfach schüttelt er da den Kopf mit den weißen Harren und schreibt den Politikern in diesem Fach ein „Ungenügend“ ins Zeugnis. Und von wegen Sportstadt Stuttgart oder Sportregion Stuttgart – da stößt Walther Tröger mit Erich Hägele, der zudem noch Vorsitzender des Sportkreises Rems-Murr ist, sowie Gmünds Oberbürgermeister Wolfgang Leibig ins gleiche Horn: Gerade aus Stuttgart sollten deutlich mehr und bessere Signale für den Sportunterricht an Schulen insgesamt kommen. Zumal der heutige Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dr. Wolfgang Schuster als ehemaliger Sportbürgermeister die
Schwierigkeiten bestens kennt.
Bei allem kritischen Denken wirkt Walther Tröger nicht wie ein Oberlehrer. Da zeigen sich die Jahrzehnte lange Erfahrung und das taktische Geschick eines alten Haudegens. Fähigkeiten, die er auf oberste Funktionsebene braucht. Ohne dabei sich anzubiedern. Das Präsidiumsmitglied des DOSB spricht trotzdem klare Worte. Egal ob Doping oder die Kommerzialisierung des Sports – „da wird auf internationaler Ebene tacheles geredet“, gibt sich Tröger durchaus kämpferisch. Die großen nationalen oder internationalen Probleme des Sports waren an diesem Tag aber nicht das Thema. Überlastete Trainer und Übungsleiter sowie ein immer stärker gefordertes Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter in den Vereinen machen Tröger aktuell Sorgen. Er fordert deshalb mehr Unterstützung und Anerkennung von Kommunen, Politik und Wirtschaft für die Grundarbeit im Sport.
Dass am Abend die Ehrung erfolgreicher Sportler im Congress-Centrum Stadtgarten in Schwäbisch Gmünd stattfand, war ein glücklicher Zufall. Denn ehe sich Professor Walther Träger in Goldene Buch der Stadt eintrug, hob er in seinem Grußwort hervor, dass vor Ort der Grundstein für den Erfolg gelegt werde. Und: „Deshalb ist mir der Kontakt zu dieser Basis ganz besonders wichtig.“

Im Beisein von Oberbürgermeister Wolfgang Leidig (links) und DOG-Regionsvorsitzenden Erich Hägele (rechts) trug sich Professor Walther Tröger in das Goldene Buch der Stadt Schwäbisch Gmünd ein.
Text und Foto: Jürgen Klein
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